Zur Inhaltsübersicht

7.3.2.4 "Hüllen" (tsutsumi Kerzen) und "Laternen" (harami Kerzen)

      Wird nach einer moderaten Aufwärtsbewegung bei idealtypisch hohen Umsätzen in der Vorperiode mit einem neuen Hoch eröffnet, woraufhin der Kurs aber bis zum Ende der Periode zusammenbricht, so hüllt der Körper der zweiten schwarzen Kerze den Körper der ersten Kerze und idealtypisch die ganze erste, weiße Kerze ein. Daher bezeichne ich diese Kombination als "schwarze Hülle" (engl. engulfing line). Die Kombination beider Kerzen ergibt eine schwarze Kerze mit einem langen oberen Schatten (Abb. 7.3.9, Nr. 1). Die kombinierte Kerze ist extrem schwach. Diese Kombination ist ein Signal für weitere Kurssenkungen.

1

2

Abbildung 7.3.9: Hüllen (tsutsumi Kerzen).

       Umgekehrt bei einer schwarzen Kerze in der Vorperiode: Eröffnet die Börse nach einer Abwärtsbewegung in der Vorperiode mit einem neuen Tief, ergibt sich dann aber bis zum Schluß der Periode ein Anstieg über den höchsten Kurs der Vorperiode hinaus, so ist eine "weiße Hülle" entstanden. Die Kombination beider Kerzen ergibt einen weißen Glatzkopf mit langem unteren Schatten (Abb. 7.3.9, Nr. 2). Das ist eine extrem starke Kerze. Sie prognostiziert weitere Kurssteigerungen.
       Ein Beispiel für eine schwarze Hülle ist die Kursentwicklung von HochTief im Juli 2000 (Abb. 7.3.10). Das Verkaufssignal liegt noch bei einem Kurs von 43 €.

Abbildung 7.3.10: Hüllen am Beispiel der Commerzbank.

       Das Gegenstück zur Hülle ist die Laterne: Nach einer größeren Kursbewegung in der Vorperiode verharrt der Kurs in einem engen Bereich innerhalb des Körpers der Kerze des Vortages und bildet einen Kreisel oder eine kleine Libelle (Abb. 7.3.12).

1

2

3

Abbildung 7.3.12: Laternen (harami Kerzen).

      Die Nummern 1 und 3 deuten auf eine Trendwende und fallende Kurse hin, wenn etwa fünf vorhergehende Kerzen Kurssteigerungen brachten. Dabei ist sowohl die Farbe der ersten großen Kerze als auch die Farbe der zweiten kleinen Kerze, des Kreisels, unerheblich. Die Kombination prognostiziert eine Kursbewegung, die der Bewegung der letzten fünf Wochen entgegengesetzt ist. Entsprechend prognostiziert Nummer 2 eine Aufwärtsbewegung, wenn die Bewegung der etwa fünf letzten Wochen eine Abwärtsbewegung war.

Zur Inhaltsübersicht