Zur Inhaltsübersicht

7.3.2.2 "Stern" (hoshi), "Dreistrom-Abendstern", "Dreistrom-Morgenstern" und "Kreuz des Südens"

      Der Kreisel ist bei Betrachtung der einzelnen Kerzen in Kapitel 7.2 als Kerze mit unsicherer Tendenz bezeichnet worden. Erscheint er nach einem Aufschwung (lange weiße Kerze) mit einem Loch über der weißen Kerze oder im oberen Schatten der weißen Kerze, so ist ein Stern entstanden. Wie Abbildung 7.3.3, Nr. 1-4 zeigt, kann der Kreisel weiß oder schwarz, mit Schatten oder ohne Schatten sein. In jedem Fall besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, daß der höchste Punkt des Aufschwungs erreicht ist. Schließt sich eine gegenläufige Kerze an (Abb. 7.3.3., Nr. 5 und 6), so ist ein Dreistrom (Dreistrom: die drei Kerzen)-Morgenstern (Nr. 5) oder ein Dreistrom-Abendstern (Nr. 6) entstanden.

1

2

3

4

5

6

Abbildung 7.3.3: Sterne (hoshi Kerzen), Dreistrom-Morgenstern - untere Trendwende und Dreistrom-Abendstern - obere Trendwende.

       Während gewöhnlich mit der technischen Analyse nur Trendwenden konstatiert werden können, wenn sie sich bereits vollzogen haben, wird mit Kerzencharts versucht, den oberen Trendwendepunkt für den Verkauf zu nutzen. Bei Tagescharts entstehen die drei Kerzen eines Dreistrom-Morgen- oder Abendsterns nach dreiTagen, bei Wochencharts nach drei Wochen. Das ist wesentlich früher als die Vollendung von Formationen der Bar Chart Analyse, deren Herausbildung oft zwei oder mehr Monate erfordert.
      Kleine Kreisel mit symmetrischen Schatten kommen bei Wochenkerzen nicht häufig vor, weil die Kursbewegungen in einer Woche in der Nähe der oberen Trendwende meist zu groß sind. Im Kerzenchart von SAP (Abb. 7.3.4) erscheint ein Kreisel als Abendstern und obere Trendwende im Mai 2000.

Abbildung 7.3.4: Stern am Beispiel von SAP.

       Häufiger kommt das Kreuz des Südens als Trendwendeformation vor. Mit dem Kreisel hat es gemeinsam, daß der Eröffnungs- und Schlußkurs der Woche gleich bzw. nahezu gleich sind. Es besteht aus einer Libelle, die über und zwischen einer langen weißen und einer langen schwarzen Linie steht (Abb. 7.3.5).

Abbildung 7.3.5: Kreuz des Südens - obere Trendwende.

Ein Beispiel für eine umgekehrte Trendwende ist bei Münchner Rück zwischen September und Oktober 1998 zu sehen (Abb. 7.3.6).

Abbildung 7.3.6: Kreuz des Südens am Beispiel der Münchner Rück.

Nach einem kurzfristigen Aufschwung findet die endgültige Trendwende, aus dem unteren Konsolidierungsbereich zwischen 160 € und 230 € jedoch erst im Dezember/Januar 2000 statt. In dem genannten Kursbereich ist bis der durchbruch nach oben erfolgt ein Traden anhand weiterer Umkehrsignale möglich. Im Januar 1999 deutet eine Insel mit einer schwachen weißen Kerzen und nachfolgenden weißen Kerzen, Kursverluste an. Im Juli 1999 erfolgt eine Ausbruch aus dem Trendkanal nach oben. Der anschliessende Hanging Man gibt erneut ein Verkaufssignal. Eine Hülle im August 1999 lädt wieder zum Kauf ein. An der Widerstandslinie bildet sich erneut ein Hanging Man und signalisiert: Verkaufen. Die letzte der anschliessenden Krähen ist aufgrund ihres oberen Schatten sehr schwach. Ein sich aus Kombination der beiden Kerzen ergebende Trendumkehr (letzte Krähe plus weiße Kerze) liefert ein Kaufsignal deren Aufwärtsbewegung den endgültigen Durchbruch aus der Trading-Range gelingt.

Zur Inhaltsübersicht