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6.5.4 Trendlinien

Trendlinien sind notwendige Hilfsmittel, um einen Trend zu verdeutlichen aber auch um einen Trendwechsel bestimmen zu können. Wir unterscheiden mehrere Arten von Trendlinien. 

a) Horizontal verlaufende Trendlinien bei einem Seit­wärtstrend, einer Trading Range (siehe Folie: Widerstand und Unterstützung).

b) Der Trendkanal, zur Verdeutlichung eines zwischen zwei parallel laufenden Linien "eingefangenen" Kursverlaufes.

c) Winkelvariable Trendlinien, zu deren Einzeichnung mindestens zwei Tops bzw. zwei Böden Vorausset­zung sind.

d) Die 45°-Trendlinie, die sich aus dem quadratischen Aufbau der Point & Figure-Charts ergibt und speziell bei dieser Methode Anwendung finden.

Zwar haben alle Arten ihre Berechtigung, für eine konsequente Handelsregel und um jeglichen Spielraum für emotionale Interpretation zu vermeiden, empfehlen wir jedoch, ausschließlich die 45°-Trendlinie zu verwen­den. Dazu später mehr.

Auf den folgenden Seiten sind einige Beispiele für die verschiedenen Arten von Trendlinien wiedergegeben.

Trendlinien - Arten

Winkelvariable Trendlinien beim US-$

 

Trendkanäle beim Nordsee Öl

 
Widerstands- und Unterstützungslinien (Angebots- und Nachfragelinien)
beim CRB-Index

 

45°-Trendlinien 

Sobald ein Kauf-Signal eintritt, werden zwei Trendlinien gezeichnet. Vom tiefsten Boden der Formation aus verläuft die Unterstütungslinie. Die Widerstandslinie wird oberhalb des am weitesten1 li1nks liegenden Tops angelegt. Folgende Bedingungen müssen erfüllt sein:  

1. Links muß die Wiederstandslinie in eine Wand aus "o"-en laufen, wobei über dem Schnittpunkt mindestens noch ein "o" liegen muß.

2. Die Widerstandslinie muß oberhalb des signalauslösenden Kästchens (K) verlaufen.

Trendlinien nachziehen

Wird nach einem Kauf-Signal die erste Widerstandslinie (W1) von einer x-Säule durchbrochen (in diesem Chart noch nicht geschehen),  wird die nächste Widerstandslinie (W2) von einem weiter links liegenden Top gezogen. Es gelten auch hier die beiden Bedingungen für das Einziehen von Widerstandslinien.

   

 

Wandlung von Trendlinien.

Kommt eine "o"-Säule auf oder über einer Widerstandslinie zum Stillstand und erfolgt daraufhin ein Reversal, wandelt sich die Widerstandslinie in eine Unterstützungslinie.


 

 

Beispiel: 


 

Im August 1999 wurde bei der Lufthansa-Aktie an der hier gekennzeichneten Stelle ein Triple Top Kaufsignal ausgelöst. Die Aktie war unter Berücksichtigung der 45°-Trendlinienregeln allerdings kein Kauf,  da das Signal unterhalb der gültigen Widerstandslinie lag. Erst wenn diese Widerstandslinie durchbrochen wird, darf ein Kaufsignal genutzt werden.

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