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5.5 Bestimmung von Mindestkurszielen

      Wenn der Anleger aufgrund eines Kaufsignals gekauft hat und wenn der Kurs tatsächlich steigt, so ergibt sich die Frage, wann er wieder verkaufen soll. Entsprechend will jemand, der Aktien leerverkauft[5.2] hat, wissen, wann er sich wieder eindecken soll. In der Mehrzahl der Fälle kann die Bar Chart Analyse hierauf nur die Antwort geben, daß man bis zum nächsten entgegengesetzten Signal warten soll.
      Eine Ausnahme liegt vor, wenn wir es mit symmetrischen oder aufwärtsgerichteten Dreiecken im Zuge einer Aufwärtsbewegung oder mit abwärtsgerichteten Dreiecken im Zuge einer Abwärtsbewegung zu tun haben. Bei einem symmetrischen Dreieck oder bei einem aufwärtsgerichteten Dreieck im Zuge eines Aufwärtstrends zieht man die untere Begrenzungslinie des Dreiecks und verschiebt diese parallel nach oben an den oberen linken Punkt des Dreiecks. Das Kursziel ist erreicht, wenn der Kurs die Parallele erreicht. Bei dem abgebildeten Beispiel von AT&T (Abb. 5.5.1) kann man bei dem Ausbruch aus dem Dreieck bei etwa 47 $ prognostizieren, daß der Kurs etwa bis in die Gegend von ungefähr 57 $ steigen wird. Bei 57 ist das Kursziel erreicht. In der Regel ist man aber beim Ausbruch aus einem Dreieck noch nicht in der Lage zu sagen, wie steil die Kurse steigen werden und wann das Kursziel erreicht wird.

Abbildung 5.5.1 : Kurszielbestimmung am Beispiel von AT&T

      Bei 370 ¥ haben wir einen klaren Ausbruch aus einem aufwärtsgerichteten Dreieck. Da der Kurs mit einem Schlag nach oben schießen war, das Kursziel bei etwa 440 ¥ erreicht. Wenn sich der Kurs mit der Aufwärtsbewegung Zeit läßt, so liegt das Kursziel offensichtlich höher. Vorsichtig sollte man indessen sein, wenn der Kurs sich längere Zeit parallel zu der Kursziellinie bewegt, ohne diese zu erreichen. Man muß beim Warten auf das Erreichen eines Kursziels stets darauf achten, daß sich nicht zwischenzeitlich ein Verkaufssignal ergibt.

Abbildung 5.5.2 : Kurszielbestimmung am Beispiel von Brother Industries