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5.3 Löcher

       In der Regel eröffnet eine Börse mit Kursen, die in der Nähe der Schlußkurse der Vortage liegen. Gelegentlich weichen die Kurse eines Tages aber beträchtlich von denen des Vortages ab. Liegt der Eröffnungskurs eines Tages beträchtlich über dem Höchstkurs des Vortages oder liegt der Eröffnungskurs beträchtlich unter dem Tiefstkurs des Vortages, so hat sich ein Loch gebildet. Der Kurs hat sich in Sprüngen bewegt. Solche Sprünge sieht man deutlich bei Charts, deren Zeitskala in Tage eingeteilt ist. Ist die Zeitskala in Wochen eingeteilt, so sieht man die Sprünge nur, wenn sie von Freitag auf Montag erfolgen. Sprünge innerhalb der Woche werden nicht sichtbar, da ein Strich den Höchst- und Niedrigstkurs innerhalb der Woche darstellt.
      Kommt es nach einer längeren Aufwärtsbewegung zu einem Sprung des Kurses nach oben und anschließend wieder zu einem Sprung des Kurses nach unten, bilden sich also zwei Löcher, die Kursbewegungen in entgegengesetzter Richtung bedeuten, so ist dies ein Zeichen für eine Trendumkehr. Dies gilt sowohl beim Aufwärtstrend als auch mutatis mutandis beim Abwärtstrend. In Abb. 5.3.1 ist der Chart von Hino Motors abgebildet, bei dem Ende Februar 1999 ein Preissprung nach oben zu verzeichnen ist, an den sich ein weiterer Preissprung nach oben anschließt; im Juli kommt es dann aber zu einem Preissprung nach unten. Auch hier kommt es zu einem wiederholten Abwärtssprung des Kurses. Da die Kursformation über 450 ¥ gewissermaßen isoliert im Raum steht, bezeichnet man diese Formation auch als Insel, die Trendwendeformation als Inselumkehr. Eine Inselumkehr signalisiert eine rasche und kräftige Gegenbewegung.

Abbildung: 5.3.1: Inselumkehr bei Hino Motors.

Der Chart von Tellbas (Abb. 5.3.2) zeigt eine untere Trendwende. Die Insel bildet sich unterhalb der 24 € Marke.

Abbildung: 5.3.2: Untere Inselumkehr bei Tellabs.

 Nach den Löchern kommt es jeweils zu kräftigen Kursbewegungen.
 Auch hier haben wir also eine Inselumkehr. Die Löcher werden in diesen Charts nicht geschlossen.
 Ein solches Schließen des Lochs wird in dem abgebildeten Beispiel von Cubic Corp. (Abb. 5.3.3) sichtbar.

Abbildung: 5.3.3: Schließen eines Loches am Beispiel von Dowa Mining.

      Wenn sich im Trendverlauf Löcher bilden so kommt es in der Mehrzahl der Fälle zu einer späteren Schließung des Lochs. Es liegt als taktisches Verhalten nahe, plötzlichen Kursbewegungen nicht nachzulaufen, das heißt bei plötzlichen Kurssteigerungen auf jeden Fall zu den erhöhten Kursen mitzukaufen und bei plötzlichen Kurssenkungen zu den gesunkenen Kursen zu verkaufen, sondern abzuwarten, bis der Kurs zu der Lücke zurückkehrt.

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