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5.2 Trendanalyse

5.2.1 Trendlinien

      Wie wir bereits bei der Gesamtmarktanalyse gesehen haben (Abschnitt 4.2), werden Trendlinien an eine aufwärtsgerichtete Kursbewegung angelegt, indem man die Tiefstpunkte der Konsolidierungsphasen miteinander verbindet. Beim Anlegen der Trendlinie vermeidet man, daß die Trendlinie die Kurskurve schneidet. Wird die Trendlinie nach unten durchbrochen, so ist dies ein Zeichen dafür, daß der Trend sich ändert.
      Entsprechend wird bei einer länger anhaltenden Abwärtsbewegung eine Trendlinie angelegt, indem man die Hochpunkte der Erholungsphasen miteinander verbindet. Im Beispiel TOKO ist ein Kaufsignal aufgrund derTrendlinienanalyse bei 480€ Anfang Februar 2000 gegeben (Abb. 5.2.1). Der aktuelle Abwärtstrend ist gebrochen, da die Kurskurve die Trendlinie nach oben geschnitten hat.

Abbildung 5.2.1: Trendlinien am Beispiel von TOKO.

      Häufig ergibt die Verbindung der Tiefpunkte der Konsolidierungsphasen in einem Aufwärtstrend keine Gerade. Die Kurssteigerung oder die Kurssenkung beschleunigt sich vielmehr (Abb. 5.2.2) oder sie verlangsamt sich (Abb. 5.2.3). Die Trendlinien werden dann als gekrümmte Kurven dargestellt. Erinnert sei daran, daß die Krümmung einer Trendlinie eine Änderung der prozentualen Kursänderung bedeutet, da wir zur Darstellung der Charts logarithmische Skalen verwenden und gleichbleibende prozentuale Kursänderungen sich als konstante Steigung der Kurskurve abbilden.

Abbildung 5.2.2: Beschleunigung des Aufwärtstrends am Beispiel von Hitachi Software E.

Abbildung 5.2.3: Verlangsamung des Aufwärtstrends am Beispiel von Sprint.

       Ein Trendwendesignal aufgrund eines Schnittpunktes mit einer Trendlinie hat einen höheren Grad an Verläßlichkeit, wenn es mit einem Trendwendesignal aufgrund einer Trendwendeformation einhergeht.
      Besonders nützlich sind Verkaufs- und Kaufsignale aufgrund von Trendlinien bei V-Formationen, da ein Kauf- bzw. Verkaufssignal aufgrund einer Trendwendeformation häufig nicht zu erkennen ist.

     Für den S&P Comp. (s. Abb. 5.2.4) sehen wir im Okober 1999 ein Verkaufssignal. Der 38-Tage-GD durchbricht den längerfristigen 200-Tage-GD von oben nach unten. Dieses Signal erweisst sich jedoch als Fehlsignale.


Abbildung 5.2.4: Durchbruch durch eine Abwärtstrendlinie nach oben als falsches Kaufsignal.

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