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5.2.4 Phasenanalyse

     Bei der Phasenanalyse geht man davon aus, daß die Kursbewegungen zyklisch verlaufen, wobei die Länge der einzelnen Phasen aber durchaus nicht gleichmäßig sein muß und keine Ähnlichkeit mit den Phasen einer Sinusschwingung besteht. Man unterscheidet vier Phasen:

Phase 1 - untere Trendwendephase (Akkumulationsphase),
Phase 2 - Aufwärtstrend,
Phase 3 - obere Trendwendephase (Distributionsphase),
Phase 4 - Abschwungphase.

Abbildung 5.2.8: Börsenphasen

So zeigt der Chart von E.ON (Abb. 5.2.9)

- im Jahr 1997 eine Akkumulationsphase,
- beim Jahreswechsel 1997/98 eine Aufschwungphase,
- bis Mitte 1998 eine Distributionsphase,
- von Mitte 1998 bis ende 1998 eine Abschwungphase,
- Ende 1998 bis Frühjahr 1999 eine Akkumulationsphase,
- 1989 bis Frühjahr 1990 eine Aufschwungphase,
- im Frühjahr 1999 eine Aufschwungsphase,
- von Frühjahr 1999 bis Herbst 1999 eine Distributionsphase,
- im Herbst 1999 eine Abschwungphase,
- im Jahreswechsel 1999/2000 eine Akkumulationsphase,
- im Frühjahr 2000 eine Aufschwungsphase und
- ab Frühjahr 2000 wieder eine Distributionsphase.

Abbildung 5.2.9: Phasendarstellung enhand des Langzeitcharts von E.ON.

     Nur selten lassen sich die Phasen, wie in diesem Beispiel, so eindeutig als Distributions- oder Akkumulationsphasen identifizieren. Hier gelangt die Phasenanalyse an ihre Grenzen.
     Die Phasenanalyse geht davon aus, daß nach Auf- und Abschwungphasen deutliche Zonen der Distribution bzw. der Akkumulation folgen. Dies muß jedoch durchaus nicht der Fall sein. Auch braucht die Kursbewegung selbst über längere Zeiträume von etwa 10 Jahren durchaus nicht zyklisch zu verlaufen, wie das Beispiel der Telekom AG zeigt (Abb. 5.2.10).

Abbildung 5.2.10: Langzeitchart der Telekom AG ohne eindeutige Phasen.

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