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4. Gesamtmarktanalyse

4.1 Gleitende Durchschnitte

      Gleitende Durchschnitte sind Durchschnittswerte, die ständig fortgeschrieben werden. Dabei wird jeweils der aktuellste Wert hinzugefügt und dafür der zeitlich am weitesten zurückliegende Wert weggelassen. Man berechnet 38-Tage-Durchschnitte, 100-Tage-Durchschnitte oder 200-Tage-Durchschnitte. Mit "Tagen" sind nicht Kalendertage, sondern Börsentage gemeint. Die Zeiträume entsprechen somit etwa zwei Monaten, einem halben Jahr und einem Jahr. Der aktuellste Durchschnittswert wird unter oder über dem aktuellsten Kurs abgetragen, nicht, wie dies üblich ist, in der Mitte der Periode, über die der Durchschnitt gebildet wird. Ein gleitender Durchschnitt hat die Eigenschaft, dass er beim Steigen einer Zeitreihe unter der Zeitreihe liegt und über der Zeitreihe, wenn die Zeitreihe fällt. Wenn sich eine Aufwärtsbewegung in eine Abwärtsbewegung wandelt, so schneidet die Kurskurve somit den gleitenden Durchschnitt von oben nach unten und wenn sich eine Abwärtsbewegung in eine Aufwärtsbewegung umwandelt, schneidet die Kurskurve den gleitenden Durchschnitt von unten nach oben. Je kürzer die Periode ist, über die der Durchschnitt gebildet wird, desto früher schneidet die Kurskurve die Durchschnittskurve. Wie Sie aus Abb. 4.4.1 z.B. für 1999 entnehmen können, geben aber Schnittpunkte mit kurzfristigen Durchschnitten häufiger ein Fehlsignal, das heißt, sie werden im Zuge einer Abwärtsbewegung nach oben durchstoßen, ohne dass dies eine Trendumkehr bedeutet.

Abbildung 4.4.1: Prognose einer Trendwende aufgrund von Schnittpunkten der Kurskurve mit gleitenden Durchschnitten.

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