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C. Die Organisation der DTB

1. Das Clearingsystem

Die DTB unterscheidet zwischen Börsenmitgliedschaft und Clearing-Mitgliedschaft. Ein Börsenmitglied an der DTB kann unter bestimmten, in den Clearing-Bedingungen festgelegten Voraussetzungen 3.7 eine Clearing-Lizenz erhalten. Das Clearing an der DTB beinhaltet die Verpflichtung zur Erfüllung aller aus der Geschäftstätigkeit im Zusammenhang mit dem Handel an der DTB bestehenden Verbindlichkeiten. Das schließt sowohl die geldmäßige Verrechnung (z.B. Prämien) über ein Konto bei der Landeszentralbank Hessen, sowie die stückmäßige Lieferung (z.B. bei Ausübungen) über ein beim Frankfurter Kassenverein zu unterhaltendes Depot ein.

Die DTB vergibt Lizenzen für Direkt-Clearing-Mitglieder (DCM) und General-Clearing-Mitglieder (GCM). Direkt-Clearing-Mitglieder sind berechtigt, den Handel für eigene Rechnung (Nostro-Geschäft) und für Rechnung ihrer Kunden abzuwickeln. General-Clearing-Mitglieder dürfen darüber hinaus auch die Abwicklung für Börsenmitglieder übernehmen, die Nicht-Clearing-Mitglieder (NCM) sind. Für die Verbindlichkeiten dieser Nicht-Clearing-Mitglieder ist das General-Clearing-Mitglied voll verantwortlich. Die folgende Grafik veranschaulicht die Beziehungen zwischen DTB, Clearing-Mitgliedern, Börsenteilnehmern und Kunden:

Abb. 3.1: Beziehungen zwischen DTB, Clearing-Mitgliedern, Börsenteilnehmern und Kunden.

Das Clearinghaus der DTB akzeptiert Sicherheiten in Geld oder Wertpapieren für die schwebenden Geschäfte des Clearing-Mitglieds. Die DTB verlangt von Direkt-Clearing-Mitgliedern eine Clearing-Garantie in Höhe von 2 Mio. DM, von General-Clearing-Mitgliedern eine solche in Höhe von 10 Mio. DM. Diese Garantien, zusätzlich eventueller Rückstellungen aus dem Jahresüberschuß der DTB, dienen der Behebung finanzieller Folgen in Not oder Verzug geratener Börsenmitglieder.

Die DTB selbst finanziert sich aus Mitgliedsbeiträgen sowie aus Gebühren, die pro gehandeltem Kontrakt an die DTB abzuführen sind. Dafür tritt die DTB als Kontrahent für jedes Geschäft ein und garantiert so die Erfüllung des Geschäfts.

 

2. Das Market-Maker-Prinzip

Market-Maker sind Börsenteilnehmer, die sich verpflichtet haben, während der Handelszeit auf Anfrage verbindliche Geld- und Briefkurse (Quotes) zu stellen. Im Interesse eines liquiden Marktes hat die DTB Maximum-Spreads, d.h. maximale Spannen zwischen Ankaufs- und Verkaufskursen (Geld und Brief) für die Kursstellung der Market Maker erlassen (vgl. Kapitel III.B.5). Eine von einem Market-Maker gestellte Quote muß für mindestens fünf Kontrakte gültig sein. Dadurch soll auch in turbulenten Börsenphasen die Liquidität des Marktes gewährleistet werden. Die DTB überwacht die Einhaltung dieser Bestimmungen und kann bei wiederholten Verstößen die Market-Maker-Lizenz entziehen.

Für DAX- und BUND-Futures, die seit September 1990 an der DTB gehandelt werden, gibt es keine Verpflichtung, Kurse zu stellen. Die Erfahrung hat gezeigt, daß das Interesse in diesen Instrumenten von Natur aus groß genug ist, um einen liquiden Markt zu gewährleisten.

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