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5.4 Abwandlung

Der Ansatz von Kralle () zur Berechnung einer Vergleichsgröße auf Jahresbasis ist sinnvoll, da die Ermittlung des Zinssatzes - wie es Beispielsweise bei den konstante Wachstumgrössen der Fall ist - rechnerisch sehr aufwendig wäre. Der Differenzwert auf der linken Seite der Gleichung (1) kann durch hinzufügen weiterer Perioden auf der rechten Seite erreicht werden. Zur Bestimmung von n müssen bei einem variablen Ansatz nur noch die Anzahl der Perioden gezählt werden. Die Gleichung aus (4.6) wird entsprechend abgeleitet:

Die Stromgrössen wurden abdiskontiert und das Wachstum mit eingezogen. Der Differenzbetrag auf der linken Gleichungsseite kann durch verschiedene Grössen ersetzt werden.

A B

Kurs (Marktwert des Eigenkapitals)

Enterprise Value

 

Buchwert

Sachanlagenvermögen

 

Desweiteren können natürlich auch die Stromgrössen (2.4 u. 2.5) beliebig eingesetzt werden.

Würde man z.B. für A den Enterprise Value und für B den Buchwert nehmen würde den Unternehmenswert aus der Sicht eines potentiellen Aufkäufer betrachten minus die Substanz des Unternehmens, deren Wert er bei einer Veräußerung erhält. Diese Differenz sollte größtenteils von den zu erwartenden Strömen geschlossen werden (PV). Weitere Faktoren wie Zinsschwankungen, Marktstellung, Innovationsfreudigkeit können rechnerisch nur sehr schlecht erfasst werden und bleiben somit aussen vor. Aus dieser Formel kann berechnet werden nach wievielen Jahre die Lücke zwischen EV und Substanz von dem zukünftigen Strom geschlossen wird.

    In Anlehnung an den Produktzyklus (vgl. Abb. 5.3) können auch die bereits erwähnten dynamischen Kennziffern erweitert werden. So könnte man an die unterschiedlichen Produktzyklen angepasste, variabel wachsende Vorteilströme festlegen. Die daraus abgeleiteten variablen Kennzahlen können wiederum, je eingesetztem Vorteilstrom, wie folgt benannt werden:

- KCV mit variablem Gewinnzuwachs erweitert: vKCV
- KGV mit variablem Gewinnzuwachs erweitert: vKGV
- KEV mit variablem Gewinnzuwachs erweitert: vKEV
- KDV mit variablem Gewinnzuwachs erweitert: vKDV
- die Free Cash Flows: vKEBITDAV, vKEBITV .... :-))

Nochmals möchte ich an dieser Stelle die Besonderheit dieser Kennziffern gegenüber der Barwertmethode und ihren Abwandlungen erwähnen. Bei der Barwertmehode wird ein Present Value ermittelt. Diese Kennziffern können entweder über den Zinsatz (s. KGV) oder die Jahre n (s. dKGV nach Kralle oder 5.4) eine Bewertungsgrundlage liefern.

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