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4.7 Cash-Flow-Return on Investment (CFROI)

    Mit dem Cash-Flow-Return on Investment (CFROI) wurde von Lewis/Lehmann (1992, S. 3-8) eine Rentabilitätskennzahl vorgestellt, die besser als herkömmliche Kennzahlen eine Beurteilung des operativen Geschäftes eines Unternehmens oder einzelner Geschäftsbereiche gewährleisten soll.

4.7.1 Ermittlung des CFROI

     Im weiteren wird nur grob auf die Ermittlungsmethode des CFROI eingegangen. Genaueres kann der interessierte Leser dem Aufsatz 4.15 von Kloock entnehmen. In Abb. 2.4 werden das Ermittlungsschema des CFROI und die ihn beeinflussenden Faktoren veranschaulicht.

Abbildung 4.3: Cash-Flow-Return on Investment [4.16]

     Die Unternehmung an sich wird als eine Investition aufgefasst. Das Investitionsprojekt setzt sich aus der Investitionssumme in t=0 und den Zahlungsüberschüssen, welche aus den Brutto-Cash-Flows (Periode 0-n) sowie dem Nettowert der nicht abschreibbaren Aktiva (Periode n) bestehen, der Folgeperioden zusammen. "Der CFROI ist nun der interne Zinsfuß dieser Zahlungsreihe und somit des Cash-Flows-Profils."4.17 Die Brutto-Cash-Flows dienen dabei der Verzinsung der Anfangsinvestition (Bruttoinvestitionsbasis).

   Die Formel zur Berechnung des CFROI ist eine Erweiterung der Barwertmethode für einen endlichen Betrachtungszeitraum (Nutzungsdauer) mit einen konstanten Zahlungsstrom um die Anfangsinvestition (B0). Der CFROI bewertet die Leistungen einer Unternehmung jedoch nicht für die kommenden Perioden sondern ist rein Vergangenheitsorientiert. Der Veräußerungswert der Aktie in Periode n wird bei der CFROI-Methode durch den Nettowert der nicht abschreibbaren Aktiva der Unternehmung ersetzt.

B0 : Bruttoinvestitionsbasis in Periode 0
Kn : hier Nettowert der nicht abschreibbaren Aktiva der Unternehmung in Periode n

4.7.2 Interpretation des CFROI

   Im Unterschied zur Eigenkapital- und der Gesamtkapitalrendite schließt der CFROI das gesamte Kapital mit ein. Die Auswirkungen der Finanzierungsstruktur auf die Eigenkapitalrendite werden ausgeschaltet (s. Leverage-Effekt). Der CFROI legt für seine Berechnung die historischen Anschaffungskosten des am Ende der Betrachtungsperiode vorhandene Sachanlagevermögen, unter Berücksichtigung der Desinvetitionen, zugrunde. Durch die Betrachtung des Sachanlagevermögens anstelle des Buchwertes werden Gesellschaften "mit älteren Aktiva und entsprechend niedrigerem Buchwert nicht länger bevorzugt, wie dies z.B. bei der Gesamtkapitalrendite der Fall ist." Eine Unternehmung, die ihren Cash-Flow nicht für Reinvestitionen verwendet (Cash-Out), konnte bei herkömmlichen Renditen aufgrund der geringeren Kapitalgröße eine höhere Rentabilität ausweisen.
   Die Aussagekraft des CFROI ist vergangenheitsorientiert und lässt somit wenig Rückschlüsse über kommende Perioden zu.

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