3.7 Der Enterprise Value/Earnings before Interest, Taxes Depreciation and Amortization (EV/EBITDA)
Zunächst werden die einzelnen Komponenten des EV/EBITDA erläutert. Anschließend erfolgt die Erläuterung der Kennziffer.
3.7.1 Enterprise Value
Der Enterprise Value (dt. Unternehmenswert) ist die Summe aus Eigenkapital und verzinslichem Fremdkapital, nach Abzug der liquiden Mittel.
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Eigenkapital zu Marktpreisen (Marktwert aller ausstehenden Aktien) |
Tabelle 3.2: Enterprise Value
Das Eigenkapital geht zu Marktpreisen in die Berechnung ein, dagegen wird beim Fremdkapital der Buchwert verwendet.
3.7.2 Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization (EBITDA)
Die Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization (EBITDA) stellen den operativen Gewinn vor Finanzerträgen und -aufwendungen sowie vor Steueraufwendungen (EBIT) zuzüglich der Abschreibungen auf Sachanlagen (D = Depreciation) und der Amortisation auf immaterielle Anlagen (A = Amortization) dar. Der EBITDA kann auch als eine weitere Art des Cash Flows aufgefasst werden.3.30 Die Ermittlung erfolgt nach diesem Schema:
| Operativen Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT)
+ Abschreibungen auf Sachanlagen + Depreciation + Amortisation von immateriellen Anlagen + Amortization = EBITDA = EBITDA |
Tabelle 2.3: Earnings before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization (EBITDA)
3.7.3 Der EV/EBITDA
Um nun den EV/EBITDA ermitteln
zu können muss bei Beteiligungsgesellschaften, die Kapitalkonsolidierung3.31
berücksichtigt werden. Der Buchwert der Fremdanteile am Eigenkapital der Mehrheitsbeteiligungen
erscheint in der konsolidierten Bilanz als Minderheitsanteile. Der Aktienwert
der Unternehmung spiegelt jedoch den Wert des Eigenkapitals ohne die Minderheitsanteile
wieder. Um dies zu beheben, wird nun (mit einer möglichen Methode) die Marktkapitalisierung
der Gesellschaft berechnet. Der fiktive Marktwert der Minderheitsanteile wird
ermittelt, indem man die für das Geschäftsjahr geschätzten Minderheitsanteile
des Jahresergebnis mit dem aktuellen KGV multipliziert werden. Der so erhaltene
Ausgleichsbetrag wird dann zur Marktkapitalisierung hinzuaddiert. (s. Tabelle
2.3)
Die Verhältniszahl EV/EBITDA gibt den Wert
der Gesellschaft als operative Ertragskraft an. Die Einschätzung der Unternehmung
anhand dieser operativen Größe kann sehr nützlich sein, da die Finanzkraft einer
Gesellschaft oft nicht in Form einer Kennzahl ausgewiesen wird. Dadurch, dass
die Schulden und die liquiden Mittel im Ermittlungsschema miteinbezogen sind,
kann ein möglicher Investor, welcher die Unternehmung akquirieren möchte, direkt
Einsicht in die Bilanzstruktur erhalten und erkennen, wie viele Schulden und
liquide Mittel er im Falle einer Übernahme erwerben würde.
Im Gegensatz zum KGV werden bei dem EV/EBITDA-Schema
die Steueraufwendungen ausgeschlossen. Ein weiteres Manko ist, dass notwendige
Investitionen der Gesellschaft, sowohl vergangene als auch zukünftige, nicht
transparent werden. Durch eine "Erweiterung des Modells ist es jedoch möglich,
auch diese Komponenten miteinzubeziehen."3.32