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2.6 Der Economic Value Added (EVA)

      Durch die Verwendung des EVA (dt. zusätzlicher Mehrwert) "können die unternehmerischen Leistungen sehr zuverlässig - und einfach - berechnet werden."2.14 Entwickelt wurde diese Kennziffer von Stern, Stewart, & Co. Der EVA-Ansatz berücksichtigt den Gedanken des Shareholder Value.

2.6.1 Ermittlung

Die Berechnung des EVA soll an einem Beispiel erläutert werden. Die Gesellschaft A hat eine Investition von 100000 € getätigt. Der von ihr erwartete Gewinn beträgt 15000 €.

Verdient wurden         17000 €
Erwartet wurden        -15000 €
Mehrgewinn                2000 €

Am Jahresende werden laut Bilanz nach Steuern 17000 € verdient. Es werden hierfür natürlich bereinigte Werte eingesetzt.2.15 Der Mehrwert (EVA) kann auch als

EVA = Nettogewinn nach Steuern - Kapitalkosten

interpretiert werden, wobei sich der EVA als der Betriebsgewinn vor Zinsen nach Steuern (1) minus den Kapitalkosten (2) zusammensetzt.

(1) Betriebsgewinn vor Zinsen und nach Steuern = Nettoverkaufserlös - Betriebsaufwand und Abschreibungen - Steuern vor dem Betriebsgewinn

(2) Kapitalkosten = Zinsaufwand Fremdkapital + Zinsaufwand Eigenkapital Der EVA wird hauptsächlich von den Größen Betriebsertrag und eingesetztes Kapital bestimmt.

2.6.2 Interpretation

       Die Berechnung des EVA ist einfach nachzuvollziehen und eignet sich gut zur Einschätzung der Leistung einer Gesellschaft. Durch den EVA-Ansatz werden die Beiträge der Mitarbeiter und Manager transparenter. Durch diese Darstellung der Unternehmensleistung wird erreicht, dass beide Parteien die gleichen Interessen wie die Shareholder verfolgen. Der Bonus basiert für alle Beteiligten auf dem gleichen Berechnungssystem. "Der vermeintliche Konflikt zwischen Shareholder und Stakeholder"2.16 wird dadurch vermieden. Der Aktionär kann sich durch die EVA-Kennziffer schnell ein Bild machen, ob das Unternehmensziel erreicht wurde oder nicht. Die EVA wirkt somit direkt auf den Aktienkurs der Gesellschaft. Der Aktionär wird bekanntlich nur dort investieren, wo der Produktionsfaktor Kapital effizient eingesetzt wird. Aufgrund der Tatsache, dass vom erwarteten Gewinn abgewichen wird nun auf die Fähigkeit des Unternehmens Gewinne zu erwirtschaft zu schließen ist eher fragwürdig.

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